Software für Logistik und Transport
In der Logistik ist die eigene Software selten das Problem. Das Problem sind die zwölf Systeme der Auftraggeber, an die sie andocken muss.
Kaum eine Branche lebt so sehr von Schnittstellen wie die Logistik. Jeder größere Auftraggeber bringt sein eigenes Portal mit, sein eigenes Dateiformat und seine eigene Vorstellung davon, wie ein Statuscode auszusehen hat. Wer für zwölf Auftraggeber fährt, pflegt zwölf Wege.
In vielen Betrieben werden diese Wege von Menschen bedient. Jemand lädt eine Datei herunter, öffnet sie, überträgt Zeilen in das eigene System, quittiert im Portal des Kunden und schickt abends eine Bestätigungsmail. Diese Person ist eine Schnittstelle mit Gehalt, und sie ist im Urlaub ein Ausfallrisiko.
Dazu kommt der Nachweis. Ablieferbelege, Temperaturprotokolle, Schadensfotos und Unterschriften sind die Grundlage jeder Reklamation. Wenn sie in Papierform durch Fahrzeuge reisen, sind sie genau dann nicht da, wenn man sie braucht.
Wo Logistiker Reibung haben
EDI, CSV, ein Portal, eine E-Mail mit PDF. Für jeden Weg gibt es eine Gewohnheit und für keinen eine Dokumentation.
Bis der Nachweis im Büro ankommt, sind Tage vergangen. Bei einer Reklamation zählt aber die erste Stunde.
Geplant wird in einer Tabelle oder auf einem Whiteboard, gefahren wird nach Zuruf, dokumentiert wird nachträglich.
Der Kunde will wissen, wo seine Sendung ist. Die Antwort entsteht durch einen Anruf beim Fahrer.
Bausteine für Logistiker
In der Logistik liegt die Arbeit zwischen den Systemen der Auftraggeber und der Straße. Diese Bausteine bedienen beide Enden.
Ein Adapter je Partner, für EDI, CSV, Portal oder E-Mail. Ein dreizehnter Auftraggeber bedeutet einen neuen Adapter und nicht einen neuen Arbeitsplatz.
Was nicht übertragen werden konnte, steht in einer Liste und wird gemeldet. Stille Fehler in Schnittstellen sind die teuersten, weil sie erst der Kunde bemerkt.
Unterschrift, Foto und Abweichung am Fahrzeug, offline nutzbar. Der Nachweis ist Sekunden später im Büro statt Tage später auf Papier.
Der Status geht automatisch an die Auftraggeber zurück, über denselben Weg, über den der Auftrag kam. Der Anruf beim Fahrer entfällt.
Planung im selben System, in dem die Aufträge liegen. Ein Whiteboard ist schnell, aber es weiß nichts von der Sendung, die gerade storniert wurde.
HU, UVV, Führerscheinkontrolle und Wartung mit Vorlauf. Ein Fahrzeug mit abgelaufener Prüfung ist ein Haftungsthema, kein Terminproblem.
Meldung, Belege, Fotos und Korrespondenz an einem Vorgang. Bei Reklamationen zählt die erste Stunde, und die verliert man mit Suchen.
Chip im Fahrzeug oder am Tor, Zeiten laufen auf Tour und Auftrag. Lenk- und Ruhezeiten bleiben davon unberührt, dafür gibt es eigene Systeme.
Was wir dagegen bauen
Am Anfang steht fast immer eine Integrationsschicht. Sie nimmt entgegen, was die Auftraggeber liefern, in dem Format, in dem sie es liefern, und übersetzt es in eine einheitliche Struktur. Kommt ein dreizehnter Auftraggeber dazu, entsteht ein neuer Adapter und nicht ein neuer Arbeitsplatz.
Auf der Straße läuft eine mobile Erfassung, die offline funktioniert. Ablieferung, Unterschrift, Foto und Abweichung entstehen am Fahrzeug und sind Sekunden später im Büro sichtbar. Damit verschiebt sich die Reklamationsbearbeitung von Tagen auf Minuten.
Die Statusfrage beantwortet sich danach von selbst, weil der Status nicht mehr erfragt, sondern erfasst wird. Wo Auftraggeber ihn automatisch wollen, geht er über dieselbe Integrationsschicht zurück, die ihn hereingebracht hat.
Was dabei entsteht, ist nebenbei eine belastbare Datenbasis für die Frage, welche Touren, welche Kunden und welche Zeitfenster sich tragen. Diese Auswertung ist der Teil, den Betriebe am längsten vermissen und am wenigsten erwarten.
Häufige Fragen aus der Logistik
- Müssen wir unsere Speditionssoftware ersetzen?
- In der Regel nicht. Die Speditionssoftware bleibt führend für Aufträge und Abrechnung. Was wir bauen, liegt davor und daneben: die Anbindung der Auftraggeber und die Erfassung auf der Straße.
- Wie gehen Sie mit EDI-Formaten um?
- Wie mit jedem anderen Format auch, über einen Adapter je Partner. Wichtig ist weniger die Technik als die Frage, was passiert, wenn eine Nachricht fehlerhaft ankommt. Genau dafür braucht es eine sichtbare Fehlerliste statt einer stillen Ablage.
- Funktioniert die Erfassung ohne Empfang?
- Ja. Alles wird lokal auf dem Gerät gespeichert und übertragen, sobald wieder Verbindung besteht. Für Fahrer ist das keine Komfortfrage, sondern die Voraussetzung dafür, dass die Anwendung überhaupt benutzt wird.
- Fallen wir unter NIS2?
- Der Sektor Transport ist erfasst, ob Ihr Unternehmen betroffen ist, entscheidet sich zusätzlich an Größe und Einstufung. Häufiger als über eine direkte Betroffenheit kommen Anforderungen über die Lieferkette, also über Verträge und Fragebögen großer Auftraggeber.