Software für Maschinenbau und Produktion
In den meisten Fertigungsbetrieben endet das ERP an der Hallentür. Was dahinter passiert, lebt in Tabellen, Laufzetteln und in den Köpfen erfahrener Leute.
Es gibt in fast jedem Maschinenbaubetrieb einen Ordner mit Laufzetteln. Er liegt am Übergang zwischen Büro und Halle, und er ist die eigentliche Schnittstelle zwischen zwei Welten, die technisch nichts miteinander zu tun haben. Vorne das ERP mit Stammdaten, Stücklisten und Rechnungen. Dahinter die Fertigung mit Maschinen, die zwanzig Jahre alt werden und deren Steuerungen aus einer Zeit stammen, in der niemand an Schnittstellen gedacht hat.
Diese Lücke wird selten geplant. Sie entsteht, weil das ERP für kaufmännische Prozesse gebaut wurde und die Maschine für das Zerspanen. Dazwischen liegt alles, was den Betrieb wirklich ausmacht: welcher Auftrag auf welcher Maschine läuft, warum eine Charge nachgearbeitet werden musste, wer die Freigabe erteilt hat und wo die Prüfprotokolle liegen.
Wir schließen diese Lücke nicht dadurch, dass wir das ERP ersetzen. Das ist fast immer die teuerste und schlechteste Antwort. Wir bauen die Anwendung, die dazwischen fehlt.
Wo es in der Fertigung typischerweise klemmt
Laufzeiten, Störungen und Stückzahlen stehen auf dem Display der Anlage und nirgends sonst. Wer eine Auswertung braucht, läuft mit einem Zettel durch die Halle.
Wo ein Auftrag gerade steht, weiß der Meister. Ist er im Urlaub, weiß es niemand. Der Vertrieb ruft in der Halle an, statt in ein System zu schauen.
Bei einer Reklamation beginnt eine Suche, die Stunden dauert. Bei einem Audit dieselbe Suche, nur mit Publikum.
Beides kostet richtig Geld und wird nirgends erfasst, weil die Erfassung mehr Aufwand wäre als der Nutzen. Das stimmt, solange man sie von Hand erfasst.
Bausteine für Fertigungsbetriebe
Was wir in dieser Branche am häufigsten bauen. Kein Baukasten von der Stange, sondern die Teile, nach denen im Erstgespräch regelmäßig gefragt wird. Sie lassen sich einzeln einführen und wachsen zusammen.
Ihre Anlagen mit Intervallen, Fälligkeiten und Zuständigkeit. Das System meldet, was ansteht, dokumentiert die Durchführung und hält den Nachweis bereit, wenn ein Auditor danach fragt.
Unterweisungen online zuweisen, durchführen und auswerten. Auf einen Blick sichtbar, wer bestanden hat, wer noch offen ist und wessen Nachweis demnächst abläuft.
Die für Sie bindenden Verpflichtungen an einer Stelle, mit Verantwortlichem und Prüftermin. Ein Kataster, das niemand prüft, ist eine Liste. Deshalb erinnert das System an die Prüfung.
Wer darf was sehen, ändern und freigeben. Zugänge mit Ablaufdatum, damit ein Zugriff nicht zwei Jahre später noch besteht, weil ihn niemand zurückgenommen hat.
Wer hat wann was getan. Das klingt nach Kontrolle und ist im Alltag vor allem eine Antwort auf die Frage, warum ein Datensatz heute anders aussieht als gestern.
Chip an den Terminal halten, fertig. Zeiten hängen am Auftrag und an der Maschine statt auf einem Zettel, und die Nachkalkulation entsteht nebenbei.
Angebote gehen aus dem System heraus, angenommene Aufträge kommen direkt herein. Kein Abtippen zwischen zwei Anwendungen und keine Zahl, die an einer Stelle anders steht.
Eine Anlaufstelle für Formulare, Anweisungen und Ansprechpartner. Klingt altmodisch und ersetzt in der Praxis die Frage, auf welchem Laufwerk das Dokument nochmal lag.
Was wir dagegen bauen
Der Einstieg ist fast immer eine Schnittstelle, nicht eine neue Oberfläche. Moderne Steuerungen sprechen OPC UA oder MQTT, ältere geben zumindest digitale Signale her, und wo gar nichts geht, hilft ein kleines Erfassungsgerät am Arbeitsplatz. Entscheidend ist nicht, dass jede Maschine angebunden wird, sondern dass die drei anfangen, an denen es weh tut.
Darauf setzt eine Anwendung auf, die den Ablauf abbildet, wie er wirklich läuft. Ein Auftrag hat einen Status, den ein Werker mit zwei Klicks am Terminal setzt. Eine Prüfung hat ein Ergebnis, einen Prüfer und einen Zeitstempel. Eine Nacharbeit hat einen Grund, der aus einer Liste kommt statt aus einem Freitextfeld, damit man am Jahresende sagen kann, welcher Grund am teuersten war.
Zurück ins ERP fließt genau das, was dort hingehört: Rückmeldungen, Zeiten, Verbräuche. Nicht mehr. Ein ERP, das plötzlich Maschinendaten im Sekundentakt bekommt, wird davon nicht besser.
Der zweite Bereich, der uns in dieser Branche regelmäßig begegnet, sind Nachweise. Wer nach ISO 9001 zertifiziert ist oder Produkte mit digitalen Elementen ausliefert, sammelt Dokumentation. Das lässt sich in derselben Anwendung führen, statt in einem zweiten Ordnerbaum.
Häufige Fragen aus dem Maschinenbau
- Müssen wir unser ERP ablösen?
- Nein, und wir raten in aller Regel davon ab. Das ERP führt Stammdaten und Buchhaltung, und darin ist es gut. Wir bauen die Anwendung für den Ablauf, den es nicht abbilden kann, und verbinden beide über eine Schnittstelle. Das Projekt ist kleiner, schneller bewertbar und umkehrbar.
- Unsere Maschinen sind fünfzehn Jahre alt. Geht das überhaupt?
- Meistens ja, nur anders als bei einer neuen Anlage. Ältere Steuerungen geben oft digitale Signale her, aus denen sich Laufzeit und Stückzahl ableiten lassen. Wo auch das fehlt, ist ein Terminal am Arbeitsplatz der pragmatische Weg. Zwei Klicks von einem Menschen sind mehr wert als eine perfekte Anbindung, die nie kommt.
- Wie lange dauert so ein Projekt?
- Ein erster nutzbarer Stand entsteht üblicherweise in wenigen Wochen, weil wir mit einem Ablauf anfangen und nicht mit dem ganzen Betrieb. Was danach kommt, entscheidet sich mit Erfahrung statt mit Vermutung.
- Wer betreibt die Anwendung später?
- Das klären wir vor dem ersten Entwurf. Möglich ist Betrieb bei Ihnen, Betrieb bei uns oder eine Übergabe an Ihre IT. Der Quellcode gehört in jedem Fall Ihnen, und wir setzen auf verbreitete Techniken, damit ein Wechsel möglich bleibt.
- Was ist mit dem Cyber Resilience Act?
- Wenn Sie Produkte mit digitalen Elementen ausliefern, sind Sie ab dem 11. September 2026 meldepflichtig, auch für Geräte, die längst im Markt sind. Wir haben das in einem eigenen Beitrag aufgeschrieben, inklusive der Frage, warum eine Software-Stückliste dafür der entscheidende Baustein ist.